Veröffentlichungsdatum: Mai 3, 2023 Autor: Alexander Goeze Kommentare: 0

Passivhäuser sind Gebäude, die aufgrund ihrer Bauweise und technischen Ausstattung einen sehr geringen Energiebedarf haben. Der Begriff “Passivhaus” leitet sich davon ab, dass diese Gebäude ohne aktive Heizungs- oder Kühlungssysteme auskommen und dennoch eine angenehme Raumtemperatur aufrechterhalten können. Stattdessen nutzen Passivhäuser passive Energiequellen, wie etwa Sonnenlicht, um ihre Räume zu beheizen und zu belüften.

Um als Passivhaus zertifiziert zu werden, muss ein Gebäude bestimmte Anforderungen erfüllen. Diese basieren auf dem Passivhaus-Standard, der von der Passivhaus-Institut GmbH entwickelt wurde. Zu den wichtigsten Anforderungen zählen:

  • Niedriger Energiebedarf: Passivhäuser dürfen nur einen sehr geringen Energiebedarf haben, der in der Regel unter 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegt.
  • Hohe Wärmedämmung: Passivhäuser müssen über eine sehr gute Wärmedämmung verfügen, um den Energiebedarf zu reduzieren. Dies umfasst unter anderem hochwertige Fenster, eine dickere Außenwandisolierung und eine luftdichte Bauweise.
  • Effiziente Lüftung: Passivhäuser müssen über eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verfügen, um frische Luft ins Gebäude zu bringen und gleichzeitig Energie zu sparen.
  • Minimale Wärmebrücken: Wärmebrücken sind Stellen in der Gebäudehülle, an denen Wärme schneller nach außen gelangt. Passivhäuser müssen über eine sehr geringe Anzahl an Wärmebrücken verfügen, um den Energiebedarf zu minimieren.

Passivhäuser bieten einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Gebäuden. So ermöglicht die Bauweise, dass die Gebäude auch ohne herkömmliche Heizungs- oder Kühlungssysteme eine angenehme Raumtemperatur aufrechterhalten können. Dies kann zu deutlichen Einsparungen bei den Energiekosten führen und den CO2-Ausstoß reduzieren. Zudem können Passivhäuser aufgrund ihrer Bauweise besonders ruhig und komfortabel sein, da sie eine hohe Luftdichtheit und Schalldämmung aufweisen.

Allerdings ist der Bau eines Passivhauses aufgrund der hohen Anforderungen an die Bauweise und die technische Ausstattung in der Regel teurer als der Bau eines herkömmlichen Gebäudes. Zudem muss das Haus sorgfältig geplant und umgesetzt werden, um die Anforderungen des Passivhaus-Standards zu erfüllen. In der Regel lohnt sich der Bau eines Passivhauses jedoch langfristig, da die Energiekosten geringer sind und das Gebäude einen höheren Wiederverkaufswert haben kann.

 

Interessantes zu Passivhäusern:

Passivhäuser sind eine relativ neue Entwicklung in der Bauindustrie und haben in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen. Hier sind einige interessante Fakten und Informationen zu Passivhäusern:

  • Passivhäuser gibt es in vielen verschiedenen Stilen und Architekturformen, von modernen, minimalistischen Designs bis hin zu traditionellen, ländlichen Gebäuden. Passivhäuser können auch als Mehrfamilienhäuser, Schulen, Büros und andere Gebäudetypen gebaut werden.
  • Passivhäuser können das ganze Jahr über eine konstante Raumtemperatur aufrechterhalten, ohne dass eine herkömmliche Heizung oder Klimaanlage benötigt wird. Stattdessen nutzen sie passive Solarenergie, interne Wärmequellen (z.B. von Elektrogeräten oder menschlicher Körperwärme) und Wärmerückgewinnung, um Wärme im Haus zu halten.
  • Passivhäuser können durchaus bezahlbar sein. Es gibt viele verschiedene Bauweisen und Technologien, die in einem Passivhaus verwendet werden können, was bedeutet, dass die Kosten für ein Passivhaus variieren können. Im Allgemeinen können die Kosten für ein Passivhaus höher sein als für ein konventionelles Haus, aber es gibt auch viele Beispiele für erschwingliche Passivhäuser.
  • Passivhäuser sind in der Regel sehr luftdicht, um Energieverluste durch Luftleckagen zu minimieren. Dies kann jedoch zu Problemen führen, wenn keine ausreichende Belüftung vorhanden ist. Aus diesem Grund verfügen Passivhäuser in der Regel über kontrollierte Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, um eine kontinuierliche Zufuhr von frischer Luft zu gewährleisten.
  • Der Passivhaus-Standard wurde in den 1990er Jahren in Deutschland entwickelt, aber er hat sich inzwischen zu einem international anerkannten Standard entwickelt. Es gibt Passivhaus-Verbände und -Organisationen in vielen Ländern weltweit.
  • Passivhäuser können auch in warmen Klimazonen gebaut werden. Obwohl Passivhäuser oft mit kalten, nördlichen Regionen in Verbindung gebracht werden, können sie auch in wärmeren Klimazonen gebaut werden. In diesen Fällen müssen die Gebäude jedoch auf die spezifischen klimatischen Bedingungen abgestimmt werden.
  • Passivhäuser sind nicht nur energieeffizient, sondern auch umweltfreundlich. Durch den geringen Energiebedarf können Passivhäuser den CO2-Ausstoß reduzieren und zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen.
  • Passivhäuser bieten in der Regel eine höhere Luftqualität als herkömmliche Gebäude. Durch die kontrollierte Lüftungsanlage wird die Luft im Haus ständig erneuert, was zu einem gesünderen Raumklima führt.
  • Passivhäuser sind aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz und des geringen Energiebedarfs oft unabhängiger von Energieversorgern und -preisen. Dies kann eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Energieversorgungssicherheit spielen und